Dithering mit Astrotrac

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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon mischa » Mittwoch 4. Dezember 2013, 22:15

bocca hat geschrieben:Der Trick war, daß Ich auch BIAS Aufnahmen für die Verarbeitung dazunehme.


Hast du die Darks fuer die Lights dennoch verwendet, oder generell nur Bias?

Das Problem muss nicht unbedingt an den darks liegen. Es kann auch darauf zurueckzufuehren sein, dass die FLATs das bias-level nicht abgezogen bekommen haben. Du hast nur etwa 300 ADU in den flats, das ist ziemlich wenig. Wenn das BIAS z.B. 100 ADU hat, dann muss man es auf jeden Fall von den Flats abziehen.

Probier einfach nochmal:
-- Die flats mit BIAS korrigieren (wird automatisch gemacht wenn BIAS vorghanden sind)
-- Die lights mit den passenden darks
Das waere das konsistente und generell korrekte Vorgehen.
mischa
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon bocca » Mittwoch 4. Dezember 2013, 22:32

Hallo Mischa,

ohne die Verwendung von BIASen bin ich folgenden Weg gegangen:
1. Schritt bei "Calibration": Haken bei: Process darks und Process flats und bei Do not apply BIAS / DARK
2. Schritt bei "Calibration": Haken bei Calibrate Data und "Use Dark"


Bei meinem neuen Durchlauf mit BIAS habe ich aktiviert:
Process biases, Process darks, Process flats und Calibrate data und habe alles in einem Durchlauf gestartet.
"Use dark" war nicht aktiviert.

So wie ich Dich jetzt verstehe, hätte ich zusätzlich noch "Use dark" aktivieren müssen, richtig ?
OK, mache ich.

D.h., meine Flats sind zu dunkel ? Sollte ich die etwas heller belichten. Derzeit stelle ich einfach auf Zeitautomatik und lass die Kamera die belichtungszeit ermitteln.

Kay.
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon bocca » Donnerstag 5. Dezember 2013, 10:56

Hallo Mischa,

Du hast recht, wenn ich "Use dark" aktiviere, sind die Streifen wieder da.

Was kann man denn an DARKs falsch machen ?
In diesem Fall habe ich die Darks gleich früh am moren gemacht. Da hat die Temperatur noch etwa gestimmt.


Viele Grüße,
Kay.
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon mischa » Donnerstag 5. Dezember 2013, 13:18

bocca hat geschrieben:Bei meinem neuen Durchlauf mit BIAS habe ich aktiviert:
Process biases, Process darks, Process flats und Calibrate data und habe alles in einem Durchlauf gestartet.
"Use dark" war nicht aktiviert.

So wie ich Dich jetzt verstehe, hätte ich zusätzlich noch "Use dark" aktivieren müssen, richtig ?
OK, mache ich.

D.h., meine Flats sind zu dunkel ? Sollte ich die etwas heller belichten. Derzeit stelle ich einfach auf Zeitautomatik und lass die Kamera die belichtungszeit ermitteln.


Zu deinem Durchlauf: Ja, da wurde das BIAS von den flats und den lights subtrahiert. Wenn du "use darks" aktivierst, werden wie vorhin auch die bias von den flats subtrahiert, und die darks von den lights.

Wie hoch ist das BIAS level deiner Kamera? Eine DSL kann gut 4000 ADU wenn ich mich richtig erinnere, bei 300 ADU bist du sehr, sehr weit unten. Vor allem, wenn das BIAS level etwa 100 ADU betraegt. Bis 2000 ADU wuerde ich schon hochgehen, sonst handelst du dir eine Menge Rauschen ein.

mischa
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon mischa » Donnerstag 5. Dezember 2013, 14:06

bocca hat geschrieben:Du hast recht, wenn ich "Use dark" aktiviere, sind die Streifen wieder da.

Was kann man denn an DARKs falsch machen ?
In diesem Fall habe ich die Darks gleich früh am moren gemacht. Da hat die Temperatur noch etwa gestimmt.


Hah, das hatte ich jetzt nicht erwartet. Dann war es beides: die flats brauchen ein bias, und die darks passen nicht.
Was da falsch laeuft kann ich nicht sagen, aber das Ergebnis sagt dir eindeutig, dass die Darks nicht zu den Lights passen. Wenn du kein Verstaerkergluehen drin hast, und nicht allzu viele hot pixel, dann kannst du dir die darks schenken und nur mit den Bias arbeiten (mind. 10, je mehr umso besser). Deine Darks sehen recht moderat aus (kein Gluehen), also ich denke die kann man weglassen.

Was genau da jetzt das Problem ist kann man so nicht ohne weiteres sagen. Eventuell macht die Kamera was anders als bei den lights, oder der Detektor ist nicht so stabil wie man meinen wuerde. Das kann man grob testen, in dem man z.B. zwei Darks voneinander abzieht, und sich dann die Fluegel der Verteilung der Pixelwerte ansieht. Das Differenzbild sollte im Grunde nur statistisches Rauschen aufweisen. Dessen sigma liegt bei deiner Kamera bei etwa 7 ADU. Man wuerde also fuer dein Differenzbild mit 4608*3072 = 14 Mio Pixeln etwa 4-5 Pixel oberhalb (unterhalb) von 35 ADU (-35 ADU) erwarten, entsprechend einem "5-sigma" Ausreisser. 35 ADU ist auch in etwa der Wert des Himmelshintergrunds in deinen Bildern. In dem Differenzbild finden sich davon aber etwa 3800 oberhalb und 25000 unterhalb. 10 sigma Aussreisser wuerde man ueberhaupt keine erwarten, es sind aber immer noch 155 bzw 2610 vorhanden. Natuerlich tragen z.B. cosmis etwas bei, aber nicht in dieser Groessenordnung. 12 bzw. 78 Pixel liegen ueber 400 und unter -400 ADU im Differenzbild, entsprechend mind. 10% des Dynamikbereichs.
Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass du eine grosse Anzahl an "Wuermern" im Bild hast.

Eine DSLR liefert halt keine so reproduzierbaren Daten wie eine CCD. Da muesste man sich jetzt noch andere DSLRs ansehen, aber ich denke nicht, dass deine negativ hervorsticht. Wenn du diese Wuermer statistisch herausmitteln moechtest, dann muesstest du eine SEHR grosse Anzahl an darks machen (unrealistisch viele). Man koennte jetzt noch hergehen und schauen ob es immer die gleichen Pixel sind, die betroffen sind, aber letzten Endes macht das keinen Unterschied. Wenn du mit den BIAS gut faehrst, dann lass die darks einfach weg.

mischa
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon bocca » Donnerstag 5. Dezember 2013, 14:57

Hallo Mischa,

das muß ich heute Abend mal in Ruhe nachvollziehen.

Was mir nur noch aufgefallen ist (kann sein, daß ich damit in die falsche Richtung denke):
Die Streifen sind immer in Richtung der "Sternbewegung". D.h. wenn ich mit festem Stativ fotografiert hätte, hätte ich Startrails in genau dieser Richtung.

Am besten sieht man die Streifen im <farbe>.cropped.weights.fit im color-theli Ordner, deshalb hier noch mal ein Beispiel.
Screenshot-skycat.jpg


Vielleicht liegt es doch an meinem Dithern ?
Ich habe bei 50mm Brennweite (Pixelscale etwa20"/px) zwischen den Aufnahmen 30s Pause gemacht.
In dieser Pause habe ich einen "negativen" Guide Impuls auf die Astrotrac gegeben, so daß die langsamer läuft.
Lt. Wolfgang wird mit 0.3fach sid. Geschwindigkeit korrigiert, D.h. bei 30s habe ich etwa einen Versatz von 6 Pixel.

Sollte ich die Pausen länger wählen ?


Viele Grüße,
Kay.
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon mischa » Donnerstag 5. Dezember 2013, 16:24

bocca hat geschrieben:Die Streifen sind immer in Richtung der "Sternbewegung". D.h. wenn ich mit festem Stativ fotografiert hätte, hätte ich Startrails in genau dieser Richtung.

Ich habe bei 50mm Brennweite (Pixelscale etwa20"/px) zwischen den Aufnahmen 30s Pause gemacht.
In dieser Pause habe ich einen "negativen" Guide Impuls auf die Astrotrac gegeben, so daß die langsamer läuft.
Lt. Wolfgang wird mit 0.3fach sid. Geschwindigkeit korrigiert, D.h. bei 30s habe ich etwa einen Versatz von 6 Pixel.

Sollte ich die Pausen länger wählen ?


Das kommt auf die Deklination an, da musst du den Versatz mit cos(DEC) multiplizieren. D.h. je naeher du an den Pol kommst, umso kleiner wird der Offset.

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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon bocca » Donnerstag 5. Dezember 2013, 17:20

Hallo Mischa,

Du hast natürlich recht, ich hatte nur für Äquatornähe gerechnet.
D.h. je näher ich an den Polarstern komme, umso fragwürdiger wird das Dithern nur in RA-Achse.

Trotzdem kann ich mir den Effekt nicht erklären,
vor allem, weshalb die Würmer genau wie die Startrails verlaufen und ohne Darks nicht auftreten.

Viele Grüße,
Kay.
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon mischa » Donnerstag 5. Dezember 2013, 19:27

bocca hat geschrieben:Trotzdem kann ich mir den Effekt nicht erklären,
vor allem, weshalb die Würmer genau wie die Startrails verlaufen und ohne Darks nicht auftreten.


Warum sollten sie nicht wie die star-trails verlaufen? Wenn du in RA ditherst, was du machst, dann ist das genau entlang der Richtung in der sich die Sterne bewegen. Die am Himmel beschrieben Kreise haben einen umso kleineren Radius, je naeher du am Pol bist. Bei 50mm Brennweite kann man das deutlich sehen, siehe dein Beispielbild.

Warum die Wuermer ohne Darks nicht auftreten habe ich ja in meinem letzten Posting erklaert: deine Darks sind nicht stabil, wenn du die darks weglaesst, kalibrieren sich deine lights wesentlich besser.

mischa
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon bocca » Donnerstag 5. Dezember 2013, 23:33

Hallo Mischa,

auch auf die Gefahr hin, daß ich mich jetzt total out'e,
aber mit welchem Programm (am liebsten unter Linux) mache ich die Subtraktion der Darks und Analyse des ADU ?
Damit ich Deine Beschreibung mal nachvollziehen kann.

Bis jetzt hatte ich immer nur skycat genommen um mir die FITS Dateien + Kataloge anzuschauen.

Viele Grüße,
Kay
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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon mischa » Freitag 6. Dezember 2013, 13:05

bocca hat geschrieben:Hallo Mischa,

auch auf die Gefahr hin, daß ich mich jetzt total out'e,
aber mit welchem Programm (am liebsten unter Linux) mache ich die Subtraktion der Darks und Analyse des ADU ?
Damit ich Deine Beschreibung mal nachvollziehen kann.

Bis jetzt hatte ich immer nur skycat genommen um mir die FITS Dateien + Kataloge anzuschauen.

Viele Grüße,
Kay


Alles ganz einfach auf der Kommandozeile:

Das Differenzbild kannst du so serstellen:

Code: Alles auswählen
ic '%1 %2 -' bild1.fits bild2.fits > diff.fits


Ein paar statistische Werte ausgeben:

Code: Alles auswählen
imstats  diff.fits


Die Pixelwerte kannst du so in ein ASCII-file schreiben lassen:

Code: Alles auswählen
getfitsvalues -i diff.fits -a > diff.dat


Wenn du sie noch sortieren willst:

Code: Alles auswählen
sort -n diff.dat > diff_sort.dat


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Re: Dithering mit Astrotrac

Beitragvon bocca » Freitag 6. Dezember 2013, 13:39

Hallo Mischa,

danke, damit komme ich zurecht.

Kay.
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